Wissen
Warum Strahlenschutz unverzichtbar ist.
Ionisierende Strahlung macht Diagnostik und Therapie möglich. Weil ihre Wirkung nicht unmittelbar wahrnehmbar ist, braucht ihr Einsatz Wissen, klare Verantwortung und überprüfbare Schutzmaßnahmen.
Drei Leitgedanken
Rechtfertigung
Eine Anwendung soll einen ausreichenden Nutzen erwarten lassen. Nutzen und mögliches Strahlenrisiko müssen gegeneinander abgewogen werden.
Optimierung
Expositionen werden unter Berücksichtigung des Einzelfalls so niedrig gehalten, wie es für den beabsichtigten Zweck vernünftigerweise möglich ist.
Begrenzung
Für berufliche und öffentliche Expositionen gelten gesetzliche Grenzwerte. Medizinische Expositionen werden durch Rechtfertigung und Optimierung gesteuert.
Eine kurze Geschichte des Strahlenschutzes
- 1895: Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die später nach ihm benannten Strahlen. Die neue Möglichkeit, in den Körper zu blicken, verändert die Medizin grundlegend.
- 1896: Henri Becquerel beschreibt die natürliche Radioaktivität. Mit der raschen Verbreitung der Anwendungen werden auch schädliche Wirkungen sichtbar.
- 20. Jahrhundert: Dosimetrie, Abschirmung, Abstands- und Zeitregeln sowie internationale Empfehlungen entwickeln sich zu systematischen Schutzkonzepten.
- Seit 2018: Das deutsche Strahlenschutzrecht wird im Strahlenschutzgesetz und in der Strahlenschutzverordnung neu geordnet.
- 2026/2027: Die neue Fachkunde-Richtlinie Medizin konkretisiert die Anforderungen für ärztliches und zahnärztliches Personal und ist spätestens ab 1. Januar 2027 von den Landesbehörden anzuwenden.
Wissen muss aktuell bleiben.
Technik, Rechtslage und fachliche Standards entwickeln sich weiter. Deshalb verlangt die StrlSchV regelmäßige Aktualisierung und – für bestimmte Tätigkeiten – wiederkehrende Unterweisung.
Quellen und Stand
Redaktioneller Stand: 7. September 2026. Grundlagen: Bundesamt für Strahlenschutz, Rückblick 1989–2014, Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung.